Dienstag, 19. Februar 2013

Fleisch = Gemeinschaft





Ist wichtig für - die meisten - Männer. 
 
Es muss viel davon serviert werden. 
 
Dann sollte es gut vorbereitet, gegrillt oder gebraten werden. 
 
Dies muss man einem Kind in jungen Jahren beibringen, damit sich der Vater und seine Gäste auf das FLEISCH freuen. 
 
 
Emily ist ein hilfsbereites Kind, welches die Vorlieben seines Vaters kennt.

 
Zusammen mit unseren Nachbarn und Kollegen - Müllers und Pondruns - speisen wir mindestens einmal die Woche, gemeinsam versteht sich. Entweder ist es ein gutes Abendessen, mit Wurst, etc., der Pizzasamstag - dieser ist natürlich alles andere als vegetarisch - der Kaffesonntag und einfach mal ein Fleischgericht. Die Zeit zu Tisch ist dann doch immer wieder etwas Besonders. 
 
 
 
Aber nicht nur mit diesem Kollegen, sondern auch mit unseren malawischen Mitarbeitern gibt es diese Begegnungen, die fleischlichen eben. So haben wir letzte Woche unseren Koch mit seiner Familie eingeladen. Er kam mit seinen drei Kindern und zwei Enkeln. Allerdings muss man sagen, jeder isst wie ein Erwachsener. Deswegen schlachteten wir einen Truthahn. Sehr lecker. Die Zeit mit ihnen war sehr schön. 
 
 
Fleisch bringt eben zusammen. Fleisch = Gemeinschaft. Und so freuen wir uns schon auf den nächsten Grillsonntag oder die nächste Langsange ohne Pferdefleisch.

Dienstag, 12. Februar 2013

Ganz malawisch

 
So muss es sich der Regen gedacht habe. Ein bisschen verspätet war er, ganz malawisch eben. Aber als er kam, kam er mit voller Wucht und war voll da, auch ganz malawisch. 
 
So auch gestern. Die letzten zwei Jahre gab es selten starke Regenfälle auf Chisomo. Es waren meist stärkere Nieselregen.
 
Doch dieses Jahr sind es heftige Niederschläge. Der Boden kann die Wassermengen nicht aufnehmen und so bilden sich Flüsse. Das Wasser schießt nur so über das Gelände. 
 
Auf der einen Seite ist das super. Die Bäche werden voll, der Grundwasserspiegel steigt, die Bohrlöcher, Brunnen, die Reisanbaugebiete, ... sind wieder gefüllt. 
 
Auf der andere Seite spülen die "kleinen" Flüsschen so manches weg. Frisch versetzter Reis, kleine Maispflanzen, ... Holzbrücken, Straßen werden unpassierbar, ... 
 
Der Malawier dank Gott, für den reichen Segen. Denn Regen ist Segen. Ohne Regen gibt es kein Wasser und ohne Wasser kein Leben. Deswegen danken wir Gott, auch wenn der Regen ein bisschen heftig war. Ganz malawisch halt.

Sonntag, 3. Februar 2013

Rituale


Das Rituale für ein Kind wichtig sind, dass weiß doch jedes Kind. So auch Emily. 
 
Es wird langsam aber sicher ruhiger, auf Chisomo. Die Kinder gehen nach Hause. Einige Dorffrauen laufen ein letztes Mal zum Brunnen und dann kommen sie endlich. Die Nachtwächter. Auf die hat Emily schon gewartet. 
 
Kaum sind sie da, springt Emily zu ihnen hinüber. Jetzt geht es wieder los. Sie ziehen sich ihre Arbeitsklamotten, fangen an Feuer zu machen, den Maisbrei für die Hunde zu kochen, ... Fachmännisch prüft Emily das Maismehl. Es scheint gut zu sein. Somit haben die Nachtwächter nun grünes Licht zum Kochen. 
 
Das Feuer brennt schön. Zwischen den Nachtwächter sitzt Emily auf einem kleinen Hocker. Mittendrinn statt nur dabei. Ist der Maisbrei fertig, wird er in die Hundeteller verteilt. Danach wird der Topf gespült um dann den Maisbrei für die Nachtwächter zu kochen. Ist dieser gekocht, werden die Fischchen angebraten. 
 
 
 
 
 
Die Stimmung ist bestens. 
 
Die Sonne ist schon fast untergangen und Emily sitzt immer noch bei den Beiden. Zwangsläufig folgt nun ein anderes Ritual. Das Bad. 
 
Denn mit ihrem frischen Feuergeruch an Klamotten, Haut und Haaren kann sie nicht ins Bett. Sie genießt ihr Bad. Danach gibt es Abendessen, ein paar weitere Rituale und danach geht es ins Bett.