Samstag, 31. Juli 2010

Unsere erste malawische Hochzeit


durften wir heute erleben.

Mirjams Sprachhelferin und ihr Ehemann gaben sich heute das Ja-Wort. Das wollten wir natürlich nicht versäumen und so machten wir uns auf den Weg in das Heimatdorf von Mayi Chisomo.


Gemäß dem Motto "umso länger man auf die Braut warten muss umso schöner ist sie" fing die Feier 15min später an. Das Brautpaar wurde mit einem Auto an die Kirche gefahren, die weiteren Gäste kamen entweder zu Fuß oder auf einem LKW. Bis diese alle eintrafen dauerte es. Solange blieb das Brautpaar im Auto sitzen.


Wir beschäftigen uns in der Zwischenzeit mit Bilder schießen. Und dann kam der Fahrer auf uns zu und sagte: "Das Brautpaar möchte sie gerne sprechen!" Welche eine Ehre. Und so grüßten wir die Beiden recht herzlich.




Bald darauf ging die Feier los. Welche ein Spaß. Jeder geladene Gast hatte viel Kleingeld dabei. Denn der Moderator fand immer wieder Gründe warum man aufstehen musste um dem Brautpaar Geld in einen Korb zuwerfen. Entweder kommt man aus der gleichen Familie, hat mal mit ihm zusammen die Schulbank gedrückt, ist mal mit ihm Auto gefahren, hat mal zusammen mit ihm/ihr eine Cola getrunken, ... immer wenn es auf einen zutraf, durfte man aufstehen und Geld in den Korb werfen.




Nach ca. 2 Stunden wurde ein bisschen variiert. Jetzt wurde Kuchen verkauft. Jedes Stück hatte seinen Preis. Dummerweise gab es kein Messer zum Anschneiden der Torte. Und so musste dieses ausgelöst werden. Natürlich mit Geld.





Wer dann noch ein Bild mit den Beiden machen wollte, durfte dies gerne tun. Aber nur wenn er etwas Geld in den Korb legte.


Die Feier dauerte ca. 3 Stunden. Danach waren alle müde vom aufstehen, Geld werfen und tanzen.






Der DJ, welcher extra angestellt wurde, heizte den Leuten kräftig ein.




Wer findet den weißen Mann?

Montag, 26. Juli 2010

Kein Unterricht

heißt nicht, dass es nichts zu tun gibt.

Denn gerade die unterrichtsfreie Zeit bietet uns die Möglichkeit verstärkt Vokabeln zu lernen, manche Unterrichtsinhalte zu vertiefen und nochmals nachzuarbeiten, Besuche zu machen oder eben andere Sachen.

So durfte Joachim vor ein paar Tagen Sven (unseren ehemaligen Mitbewohner) auf den Flughafen fahren. Da dieser nicht gerade um die Ecke ist, fuhren sie morgens um 5:30 Uhr los, nach 4,5 Stunden kamen sie dort gut an. Kaum war Sven eingecheckt, stieg Joachim wieder ins Auto.

Jedoch kam er nicht weit, da die Polizei die Straße abgesperrt hatte, denn der Präsident wollte auch einen kleinen Ausflug mit dem Flugzeug machen. Und wenn der kommt, wird die Straße gesperrt, bis er vorbeigekommen ist. Nach ca. 10min durfte ich unseren Präsidenten in seinem schwarzen Maybach vorbeifahren sehen. Begleitet wurde dieser von 2 Hummer, 2 großen S-Klassen, 4 Motorrädern, ein paar Landcruisern, ... Man sollte ja sehen, wer da kommt.

Nachdem die Straße frei war, nahm ich die Fahrt wieder auf. Nach 4,5 Stunden Autofahrt und vielen Eindrücken kam ich um kurz nach 17:00 Uhr zu Hause an.

Dort hatte Miri schon ein geniales Abendessen auf den Tisch gezaubert.


Sonntag, 18. Juli 2010

Hausbesuch auf malawisch




Vor ein paar Wochen hatte uns einer unserer Mitarbeiter zu sich nach Hause eingeladen. Diese Woche hatten wir endlich Zeit ihn zu besuchen. Und so machten wir einen Termin aus.

Wir fragten ihn, wo er denn genau wohnen würde, darauf antwortete er: Ganz nah. So fragten wir, welchen Weg wir dann gehen müssten, damit wir sein Haus finden. Da finden wir schon jemand, der mit euch geht, war seine Antwort.

Dieser "Jemand" war dann auch schnell gefunden und so ging es am Freitag los. Nach ca. 30 min Fußmarsch durch die schöne Landschaft Malawis, einen leichten Wind im Rücken, die warme Sonne auf der Haut, den Sand in den Schuhen, ... fanden wir sein neues Haus.

Herr Kalongonda begrüßte uns sehr überschwenglich. Er war überglücklich, dass wir zu ihm zu Besuch kamen. Sein Glück konnte er kaum fassen und so freuten wir uns mit ihm.

Nach ein paar Worten nahmen wir in seinem Haus platz. Hier versuchten wir ein bisschen zu reden und wenn wir etwas nicht gleich verstanden, wiederholte er es nochmals, aber langsam und so verständigten wir uns ein wenig.

Immer wieder kamen verschiedene Leute ins Haus um uns zu begrüßen. Angefangen bei seiner Frau, seine Kinder, seiner Schwiegertochter, seine Enkel, ... fast alles was Beine hatte, kam um zu sehen, wer sich denn da in seinem Hause niedergelassen hatte.



Von draußen zogen mehrere liebliche Gerüche ins Haus. Kaum waren sie richtig angekommen, stand das Essen schon auf der Matte. Ja, wir essen nicht am Tisch, sondern auf dem Boden, besser gesagt auf der Matte. Es kamen immer mehr Töpfe herein. Reis, Krautgemüse, Krautsalat, Maisbrei, Hühnchen, ... ein richtiges Sonntagsessen.




Auf das Essen folgte ein weiteres Gespräch und dann gingen wir auch wieder nach Hause. Dort angekommen schauten wir auf die Uhr und stellten fest, dass wir 4h unterwegs waren. Es waren 4 schöne Stunden, in denen uns Gott ganz reich beschenkt hat.


Dienstag, 13. Juli 2010

Immer wieder sonntags


gehen wir in die Kirche. Obwohl wir immer in die gleiche Kirche gehen, ist manches doch immer wieder anders. Eigentlich fängt der Gottesdienst im 10:00 Uhr. Manchmal sind wir erst fünf nach 10 in der Kirche angekommen und konnten schon den Klängen eines Chorus lauschen, manchmal sind wir Punkt 10:00Uhr gekommen und es war noch niemand da.

"Bleibt immer schön flexibel" wurde uns in Kanada eingetrichtert. Das sind wir nun.


Manches ist doch immer das Gleiche. Jede Woche darf Mirjam ganz hinten bei den Frauen sitzen, dagegen darf Joachim ganz vorne bei den "Ältesten" sitzen. Dort wird er so gut wie jede Woche gefragt, ob er vorbereitet sei. Leider ist er meistens nie vorbereitet zu predigen.

Unser Pastor hat so gut wie nie eine Predigt vorbereitet und so fragt er jede Woche ein paar Leute ob sie es wären. Allerdings sind auch sie nicht vorbereitet. Und so schüttelte er wieder eine Predigt aus dem Ärmel. Sein Lieblingsthema: Geld, Spenden für die Kirche. Das hören wir dann fast immer.




Leider bereiten die meisten Pastoren ihre Predigten nicht vor, weil sie annehmen, es könnte jemand in die Kirche kommen, der in der Hierarchie höher steht als sie und so müsste dieser predigen. Dummerweise kommt dieser jemand meist nicht.

Gut das unsere Chisomo-Studenten es während ihres Aufenthaltes immer wieder ans Herz gelegt bekommen haben, immer eine Predigt vorbereitet zu haben. Gerade sie wissen wie es ist, wenn der Pastor nicht vorbereitet ist und sich ständig im Kreis dreht. Und so hoffen wir nun, dass unsere Absolventen in ihren Kirchen einen Unterschied machen. Denn meistens ist eine vorbereitete Predigt doch besser als eine andere.


Montag, 5. Juli 2010

Und plötzlich war es still


Am Samstag war es endlich soweit. Über 10 Monate hatten unsere Studenten auf diesen Tag hingelebt. Es war ihr großer Tag. Alle Prüfungen waren geschrieben, alle Vorbereitung waren getroffen, nun standen sie im Mittelpunkt. Ein paar Reden, ein paar ermutigende Worte und dann gab es ihre Zeugnisse, ihre selbstgemachten Werkzeuge und einen kräftigen Applaus. Nun sind sie der 15. Jahrgang, welcher auf Chisomo absolviert hat.




Unser Kirchendirektor machte ihnen Mut ihren Glauben, ihr Gelerntes, und ihre neu erworbenen Fähigkeiten in ihrer Gemeinde zum Lob Gottes einzusetzen.




Gegen 14:00 Uhr gesellten sich die meisten Studenten auf der Ladefläche eines LKW´s und dann ging's nach Hause.

Ein Student wurde von seiner Kirche mit Fahrrädern abgeholt. Das Gepäck wurde auf den Gepäckträger geschnallt, die Kinder auf die Stange gesetzt, die Frau auf ein anderes Fahrrad und so ging es für sie über 1 Stunde auf den Feldwege dahin, bis sie zu Hause ankamen. Als sie unser Gelände verlassen hatten war es still.


Nach einer kurzen Pause, machten wir uns schnell auf den Weg, ein wichtiges Fußballspiel zu sehen. Das war ein Abschluss. Voller Freude und Erschöpfung sind wir an diesem Abend ins Bett gefallen.

Bitte bete für unsere Studenten, dass sie wieder gut in ihre Kirche und Dorf hineinfinden und dort zum Segen werden können.