Montag, 26. Oktober 2009

Es ist morgens halb sieben in Malawi

Nein, es ist noch nicht Zeit für eine Vesperpause mit einem Knoppers. Um diese Zeit haben wir noch nicht einmal gefrühstückt. Gerade hatten wir es uns gewaschen, als sich unser Hoftor öffnete und ein Mann mit einem großen Sack das allmorgendlich Geschehen veränderte.

So etwas hatten wir bis dahin noch nicht erlebt. Es war schon etwas sehr Außergewöhnliches: Eine Teekannenparty, wie man es in Deutschland nur von einer Tupperparty kennt.



Der findige Verkäufer lief unsere Straße entlang und bekam mit, dass sich hinter dem Tor eine Gruppe von Frauen zu einem kleinen Pläuschen versammelt hatte. Er klopfte am Tor und legte los. Freundlich fragte er, ob er seinen Sack öffnen dürfe. Die Damen stimmten ihm zu.

Und da packte er eine Teekanne nach der anderen aus. Auch Mirjam wurde zu diesem Spektakel eingeladen. Nun, die Auswahl war nicht ganz so groß. Es gab ein Produkt, welches in drei Farben erhältlich war. Mirjam konnte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen und schlug zu. Hier das Objekt der Begierde:




Ehrlicherweise muss man sagen: Sie musste eine kaufen. Denn sonst wäre sie die Einzige gewesen, die keine gekauft hätte. Uns das ist auch schlecht.

Und hier noch ein Bild einer richtigen Gießkanne. Kein Spielzeug sondern was für Männer!!

Montag, 19. Oktober 2009

Der Preis ist heiß

Am Donnerstag war Muttertag in Malawi. Auf diesem Wege alles Gute und Liebe an die (Schwieger)Mama.

Weil das ein nationaler Feiertag ist, nahmen uns Marion und Damaris mit an den See (Vielen Dank an die Zwei). Die Temperatur des Sees (gute 22C) lud einen einfach ein ein Bad zu nehmen. Der kräftige Sonnenschein überlistete uns und zauberte auf unseren Rücken ein knalliges rot. Trotz Behandlung mit feinsten Lotionen blieb der Schmerz nicht ganz aus. Aber wir waren tapfer.

Am Morgen saßen wir am Wasser, als ein Fischverkäufer vorbeikam. Er wollte uns seine Fisch zu einem sehr, sehr teuren Preis verkaufen. Da man das mit einem Schwaben nicht macht, handelte ich ihn herunter. Gerade als ich mein Geld holen wollte, fragte ich Marion, ob das so ok sei. Sie meinte nur: Viel zu teuer. Und dann erklärte sie mir wie man das macht.



Der Spitz zeigte mir einen großen Fisch, welcher unsere Verhandlungsbasis war und dann schob er mit zwei kleinere Fische zum selben Preis unter. Aber Marion kam ihm auf die Schliche und versuchte mit ihm zu handeln. Aber da war er schon beleidigt und lief davon.

Auf der Heimfahrt kauften wir dann die gewünschten Fische zu einem guten Preis. Und man waren die lecker.

Da wir jetzt wieder erholt sind, gehen wir diese Woche mit frischen Kräften ans Sprachelernen. Gerne dürft ihr für einen frischen Kopf beten und dass die gelernten Vokabel auch dort bleiben wo sie hingehören.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Halleluja!! Er ist wieder da!!

Gegen 10:30 Uhr hielt ein Pick-up vor unserem Tor an. Neugierig schauten wir aus dem Fenster. Wir konnten es kaum glauben, aber unser Pastor betrat, mit vorsichtigen Schritten, den Hof.

Die Schwellung am Kopf ist zurück gegangen. Mittlerweile sieht er wieder mit zwei Augen, wobei das rechte Auge noch nicht ganz auf alter Sehstärke ist. An der Stirn wächst die große Wunde schön zu. In der nächsten Woche muss er täglich, zur Reinigung der Wunde, ins Krankenhaus.

Weil es im Haus sehr warm war - schätzungsweise haben wir gerade zwischen 30 - 34 C - legten sie schnell seine Matratze auf die Terrasse. Dort empfing er dann auch seinen Besuch. Wir waren die Ersten.

Nachdem wir das Mittagessen eingenommen hatte, verzogen wir uns wieder hinter unsern Schreibtisch, um ihm ein bisschen Ruhe zu gönnen. Daraus wurde jedoch nichts. Kaum waren wir weg, kamen seine Schwiegermutter, seine Mutter, seine Schwester. Kurz darauf kamen zwei weitere Besucher.

Zur Spitzenzeit waren ca. 15 - 20 Personen auf der Matratze, auf einer kleinen Bank, auf dem Boden, ... alle schön um ihn herum. Erst nachdem es dunkel wurde, gingen die Gäste, einer nach dem anderen nach Hause.

Gerne dürft ihr weiter dafür beten, dass die Wunden schnell verheilen, er wieder zur vollen Sehkraft gelangt und seine vielen Aufgaben wieder aufnehmen kann.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

3 Gebetsanliegen

1.Wir haben unseren Führerschein. Danke für alles Beten. Gott ist gut.

2. Unser PC läuft wieder. Leider mussten wir ihn komplett neu starten, d.h. alles platt machen. Jedoch konnten wir zuvor noch einiges retten und somit ohne viel Aufwand fast alles wieder herstellen.

3. Bitte betet für unseren Pastor und Familienvater. Er ist der Pastor unserer Gemeinde, der Vater von 5 Kindern und unser Gastgeber. Gestern abend hatte er mit seinem Motorrad einen Unfall. Trotzdem, dass er einen Helm auf hatte, trug er eine ziemlich große Platzwunde am Kopf davon. Desweiteren ist sein Kopf mit vielen Schrammen, Macken und Nähten gezeichnet. Was sich unter der Haut abspielt, ist noch nicht klar. Das Gute ist, dass er sich an Alles erinnern kann und er bei Bewusstsein ist. Betet doch auch für seine Familie und seine Kinder, ihnen fällt es total schwer, ihren Vater so zu sehen. Da er im Krankenhaus liegt, ist es ihnen täglich nur für eine Stunde erlaubt (Besuchszeit), ihn zu sehen.

Danke für alles Beten. Wir halten dich auf dem Laufenden.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Fahrschule auf malawisch

Eigentlich hatten wir unsere Fahrschulzeit schon vor ca. 7 - 8 Jahren abgeschlossen, aber halt auch nur eigentlich. Denn für unseren neuen malawischen Führerschein müssen wir erst noch eine Prüfung ablegen. Das hatten wir ja bereits erwähnt.

Damit wir diese auch erfolgreich hinter uns bringen können, sammelten wir in der letzten Woche ein bisschen Fahrpraxis. Gestern ging es mit dem Auto der Familie Volz durch die Stadt (süß der Kleine :-))




Denn den Hauptteil der Prüfung werden wir wahrscheinlich in der Stadt ablegen dürfen.
So fuhren wir zwei ein bisschen durch Zomba. An der ersten Kreuzung links, die zweite rechts, ... Nach ca. 30 min. folgte der Fahrerwechsel und dann das selbe noch einmal. Nach ca. 1h und 15 Kilometern gaben wir das Auto wieder zurück.

Ein paar Tage zuvor durften wir ein bisschen "sinnvolles" Überlandfahren üben. Michael fuhr nach Chisomo. Das sind ungefähr 2h Autofahrt. Er war so freundlich und ließ Joachim eine Strecke und Mirjam eine Strecke fahren. Die meisten Kilometer fuhren wir auf befestigten Straßen. Allerdings ging es die letzten 20 Minuten auf staubigen Straßen, mit Schlaglöcher und Holzbrücken dahin.

Miri wurde das Sahnestückchen zu Teil. Auf der Heimfahrt wurden zwei der drei Brücken repariert. Das hieß für sie, durch den Fluß. Gut, dass eine Flußbecken war fast ausgetrocknet, aber das andere hatte es in sich. Es ging ca. 2 Meter nach unten. Dann waren wir auf dem Niveau das Flusses. Da Afrikaner nette Leute sind, hatten sie eine Straße mit Steinen durch den Fluß markiert. Die Steine waren allerdings sehr groß und gar nicht flach. Miri war die Sache ein bisschen zu holprig und deswegen ließ sie den "alten, erfahrenen" Missionar ran. Der machte seine Sache ganz gut.

Morgen geht es für uns wieder nach Blantyre. Gerne dürft ihr mit beten, dass wir einen Termin für die Prüfung bekommen und sie erfolgreich abschließen können und mit unserem neuen Führerschein nach Hause gehen können.

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Waschtag

Heute ist er wieder, unser Waschtag.

Da es in unserem Hause keine Waschmaschine gibt, wird die Wäsche noch von Hand gewaschen. Fast wie früher.

Joachim machte dazu immer schön das Wasser in der Küche warm (Feuer) und Mirjam bekommt damit und dem Einsatz ihrer Muskelkraft und ein bisschen Seife unsere Kleidung richtig schön sauber.

Gestern waren wir auf der Führerscheinbehörde. Dort lernt man Geduld. ES ging für uns von Raum zu Raum. Dazwischen durften wir wieder mal eine Stunde warten. Gegen 17:00 Uhr haben wir das Gebäude dann verlassen. Leider haben wir unseren malawischen Führerschein noch nicht in Händen.

Gerne dürft ihr dafür beten, dass wir dies bei unserem nächsten Besuch hinbekommen. Noch sind wir als "learner" eingestuft, d.h. wir müssen eine Fahrprüfung ablegen. Nicht schlecht, oder?
Leider spinnt unser Computer gerade. Somit haben wir nur sehr geringen Zugang zu Mails, etc. Aber das wird hoffentlich bald wieder werden. Auch dafür könnt ihr gerne beten.