Sonntag, 29. November 2009

Advent, Advent, ...

eine Kerze brennt. Auf diese kommen wir später nochmals zurück. Zuvor ein paar Eindrücke des 1. Advents in Malawi.

Es sind ca. 30C. Zusammen mit Michael und ca. 15 anderen Personen ging es heute Vormittag mit dem Minibus nach Liwonde. Dort ist die Zentrale unserer Partnerkirche. Kaum waren wir aus dem Minibus ausgestiegen, saßen wir schon auf einem Fahrradtaxi. Auch nicht schlecht. Muss man mal gemacht haben.

In der Kirche angekommen, gab es eine kurze Einführung, in welchen Bereichen die Kirche tätig ist. Das war richtig viel. Danach ging es in den Gottesdienst. Michael durfte die Predigt halten.

Mirjam und ich stellten uns das erste Mal komplett auf Chichewa vor. Natürlich hatten wir diese Sätze zuvor mit unseren Nachbarskindern geübt. Auf der Heimfahrt waren wir - wegen des Dieselmangels - 22 Personen im Minibus. Wenn man bedenkt, dass nur 15 erlaubt sind, eine Überladung von fast 50%, dass kann sich sehen lassen.

Nachdem wir gut angekommen sind, zeigte uns Rhoda wie man aus einer Mango "Milch" macht. Was sie eigentlich meinte war Saft. Sie schlug die pralle Mango immer und immer wieder auf einen Stein, bis diese ganz weich war. Dann machte sie mit dem Fingernagel einen kleinen Schlitz in die Mango und gab sie uns zu trinken oder soll ich sagen zu "nuggeln". Es war richtig gut.




Schmeckt besser, als es aussieht!!


Durch den Kirchenbesuch war unser Sonntag sehr voll, deswegen feierten wir letzte Woche den 1. Advent ein bisschen vor. Ihr glaubt gar nicht, wie gut Lebkuchen mit Bananenmilch schmecken.




Nun aber zurück zur Kerze. Da die äußern Temperaturen gar nicht auf 1. Advent schließen lassen, dachte sich Mirjam sie dekoriert unser Wohnzimmer ein bisschen adventlich. Zu diesem Zeitpunkt war Joachim im Bad.

So stellte sie eine schöne, von Rose selbstgegossene, Kerze auf den Tisch, welche von grünen Blätter umgeben wurde. Diese Dekoration wurde durch eine passende Serviette abgerundet. Damit dies auch wirklich adventlich wirkt, löschte Mirjam das elektrische Licht.

Danach betrat Joachim den Raum, ohne die schöne Dekoration zu sehen und fragte: "Haben wir einen Stromausfall?" So prägt die malawische Kultur!!
Danach genossen wir ein paar Momente in dieser Stimmung. Allerdings dachten wir, dass wir allein im Haus seien. Doch dem war nicht so. Zwei kleine, aber doch sehr laute Mitbewohner hatten sich in unserem Heim eingenistet.

Da wir im Ungang mit diesen Tierchen keine Ahnung hatten, fragte wir unseren Nachbarssohn um Hilfe. Er half uns gerne, allerdings war die Hilfe eines Bekannten viel professioneller und effektiver.

Das waren unsere Besucher. Wir mussten sie vor die Türe setzten, denn unser Haus ist nicht auf vier Personen ausgelegt.





Leider gibt es immer noch "fast" keinen Diesel. Somit wird sich unser Umzug leider verzögern. Bettet doch, dass sich die Lage bald verändert. Das Gute ist, dass wir auf unbestimmte Zeit bei unserer Gastfamilie wohnen dürfen. Gott ist gut.


Betet doch auch für mehr Regen, es wäre gut für die Pflanzen. Überigens letzte Woche hat es an einem Tag fast 70 Liter pro m² geregnet.

Dienstag, 24. November 2009

Wenn der Strum tobt, ...

Endlich, nach drei langen Woche war es so weit. Der Regen war da. In der Nacht ging es los. Große und kleine Tropfen trommelten auf unserem Wellblechdach, an Schlaf war da nicht mehr zu denken.

Am Morgen ging es weiter, bis in den Abend hinein. Regen, Regen und nochmals Regen. Und das ist auch gut so, denn nun können unsere Landsleute endlich pflanzen. Ihre Felder hatten sie schon vor mehr als einem Monat vorbereitet und seid dem warteten sie auf Regen.

Jetzt geht es los. Gestern wurde gesät und bald wird das Land grün werden. Dort wo es schon mehrere Tage geregnet hat, sprießt es schon überall.

Hier ein paar Eindrücke:


Vor dem Haus - während dem Regen und nach dem Regen


Hinter dem Haus - während des Regens



Und nach dem Regen


Nicht nur wegen des Regens hat die Mobilität im Land nachgelassen, sondern dies liegt vor allem daran, dass es gerade kein Diesel gibt. Eigentlich gibt es schon über einem Monat keinen mehr. Gut manchmal gab es schon wieder, was zu sehr langen Warteschlangen an den Tankstellen geführt hat (2 - 4 Stunden waren da keine Seltenheit).

Allerdings gibt es gerade gar nichts, d.h. es sind weniger Autos auf der Straße, somit werden bald weniger Minibusse fahren und die Märkte werden deswegen auch nicht mehr so richtig beliefert werden können. Betet doch bitte für viel Diesel, welcher bald kommen wird.

Donnerstag, 19. November 2009

Mr. Hello und seine Freunde

Eines Nachmittags kam Kennedy zu mir uns sagte, er würde gerne ein Bild mit mir machen. Darauf sagte ich: Kein Problem, wenn wir schöne Sachen anhaben, manchen wir die Bilder.

Diese Woche war es soweit. Die Eltern waren gerade in ein Gespräch vertieft, während wir mit den Kindern plauderten. Da kam er dann, in einem wunderschönen Outfit.

Allerdings muss ich erst noch jemand anderen vorstellen. Unseren Freund James besser bekannt als "Mr. Hello". Das war sein erstes englisches Wort, welches wir ihm beibrachten. So sieht "Mr. Hello" aus.



"Mr. Hello" hat auch Freunde, und die sind mindestens so cool wie er. Überzeugt euch selbst.




Dies ist nur ein kleiner Auszug unseres Shootings.

Kurz noch etwas anderes. Wer letzte Woche vergeblich versucht hat Joachim eine Mail zu schicken, darf dies gerne nochmals tun, denn das Problem ist gelöst. Vielen Dank für dein Verständnis.

Samstag, 14. November 2009

Was willst du noch lernen ...

so lange du noch da bist?

Diese Frage wurde Mirjam vor ein paar Tagen gestellt. Wir baten um ein bisschen Bedenkzeit. Und so machten wir uns diverse Gedanken und kamen auf Verschiedenes.

Eine Sache war: Wie koche ich nsima (Maisbrei)?

Kaum war die Frage gestellt, ging es schon los. Es war 11:30 Uhr. Joachim saß am Schreibtisch und lernte ganz eifrig als Judy, mit einem Topf und einem kleinen Herd, ums Hauseck kam.



Der Topf war heiß, dass Wasser kochte und die Glut glühte. Nun ging es los. Ein bisschen Mehl in das Wasser und dann muss man rühren. Jedoch nicht zu lange, denn das ganze darf jetzt für ca. 10 min kochen. Danach schüttet man immer mehr Mehl nach und rührt fleißig weiter.

Kaum zu glauben, aber irgendwann wird das Zeug richtig fest. Und dann wird das Rühren richtige Arbeit. Die Glut und der Topf werden auch nicht kälter. Und so musste ein Waschlappen als Topflappen herhalten.

Nachdem der Maisbrei schön fest war, durfte ihn Mirjam portionieren. Das war ein Teil unseres Mittagessen. Mirjam hat etwas fast Unmögliches geschafft, es waren keine Klumpen im Brei!!

Da das Kochen mit dem eigentlich "Kochakt" nicht abgeschlossen ist, räumten wir freudig die Kochutensilien auf. Diese brachten wir in die Nachbarsküche. Wir wunderten uns schon, wie das "bisschen" Maisbrei für die ganze Familie mit Gästen reichen sollte.

Die Antwort war nicht weit weg. Die andere Tochter bereitete auch Maisbrei vor. Allerdings war ihr Topf, ihr Kochlöffel, ... ein bisschen größer.



Die Kinder wollten an diesem Tag nur den Asugu-nsima (Weißen-Maisbrei) essen.
Geschafft und nach getaner Arbeit genossen unsere Mahlzeit.

Mittwoch, 11. November 2009

36 Grad und es wird heißer

Im Haus ist es kaum auszuhalten. Die Sonne brennt auf unser Wellblechdach und die Hitze dringt in unser Haus ein. Eine Isolierung gibt es nicht. Da fast kein Wind geht, ist es im Haus noch wärmer. Das sind mal schweißtreibende Temperaturen.

Weil bei solchen Gradzahlen die Konzentration zum Lernen stark sinkt, stellten wir einfach Miris Schreibtisch hinter das Haus. Dort gibt es ab 15:00 Uhr Schatten. Und manch ein kühles Lüftchen verirrt sich dort hin. So lässt es sich aushalten.






Auch die Nachbarskinder halten es im Haus nicht mehr aus. Sie legen sich kurzer Hand in die Regenrinne.




Und wenn die Konzentration mal so richtig weg ist, dann hilft nur noch eines:




Das war ein Spaß. Allerdings sind meine Fußsohlen noch nicht aufs Barfußspielen eingestellt. Immer wieder war da ein kleiner Stein in meiner Fußfläche. Nichtsdestotrotz war es ein mega Spaß.

Samstag, 7. November 2009

Der malawische Thermomix

Gestern war es soweit, wir durften den malawischen Thermomix kennenlernen. Dieser wurde zum Bananenkuchen backen eingesetzt.

Als erstes nehme man den „Mixer“. Dieser funktioniert ganz einfach mit Muskelkraft. Dazu nimmt man ein Rundholz und schlage dieses immer wieder in den Mixer hinein. Nach ein paar Minuten ist die Banane, das Mehl, der Zucker, ... gut vermischt und zerkleinert.



Danach kommt es in den Topf und somit auf den Thermopart, des Thermomixes. Von unten und von oben wird der Topf nun von heißen Kohlen umgeben. Die Backzeit beträgt 30 min, vielleicht auch 31 min.



Heute morgen gab es ihn dann, den Bananenkuchen. Er war richtig gut und hatte nicht den typischen „Thermomixgeschmack“.

Sonntag, 1. November 2009

Nehmt euch ein Beispiel!!!

Heute durften wir mal wieder, zusammen mit unserem Feldleiter, eine Dorfkirche besuchen. Kaum waren wir angekommen, stimmten die Frauen das Begrüßungslied an.

Von der Sitzbank des Autos ging es direkt auf den "Ehrenplatz" in der Kirche. Extra für uns hatten sie, aus irgendeinem Wohnzimmer, das Sofa in die Kirche gestellt. Das war schon bequem, wenn man bedenkt, dass der Gottesdienst wieder fast drei Stunden ging und das die Gemeinde nur auf einer gemauerten Bank saß. Da hatten wir Männer es schon besser.

Die arme Miri. Aber ihre Stunde sollte noch kommen.

Zwischen Lobpreis und Predigt gibt es eine Zeit, in der die Gäste begrüßt werden. So auch wir. Joachim stellte seine "Familie" kurz vor. Danach wurde Mirjam aufgerufen, sie solle auch noch etwas sagen. Gesagt, getan.

Wir dachten schon, dass die Vorstellungsrunde vorüber sei, doch dann stand ein sehr cooler Ältester auf. Er forderte Miri auf, sich nochmals zu erheben. Leider war seine Ansprache auf Chichewa und so verstand sie diese nicht. Joachim verstand fast alles, denn Michael übersetzte es ihm.

Der Gemeindeälteste sagte folgendes: Schaut euch diese Frau. Das ist doch eine tolle Frau. Sie ist hübsch angezogen und vor allem ihr Rock (dieser wurde vor zwei Wochen von einem malawischen Schneider aus landestypischem Material angefertigt, also etwas total normales für Malawi) ist so schön lang. Er ist nicht so kurz wie der von manch anderen Frauen. Das ist eine richtige Pastorenfrau. So sollte man sich anziehen. Nehmt sie als Beispiel.

Die Ansprache hatte einen bestimmten Hintergrund. Der durchschnittliche, einheimische Rock reicht bis zum Knöchel. Jedoch infiltriert die europäische Werbung Afrika mehr und mehr und somit werden die Röcke immer kürzer. Dies passt nun gar nicht in die Kultur. Aber die jungen Damen ahmen den Westen nach.
Was nicht überall Begeisterung auslöst. Und jetzt kommt eine weiße Frau mit einem langen Rock in eine Kirche. Dies konnte sich der Älteste nicht entgehen lassen, um seinen Damen eine Lektion zu erteilen.

Dummerweise hatten wir keine Kamera dabei und deswegen gibt es keine Bilder :-(