Freitag, 28. November 2008

Senioren für Senioren

So lautet das Motto der virtuosen Musikgruppe „Gods music-maker“. Diese Woche gaben die Musiker, mit einem Durchschnittsalter von über 75 Jahren, in unserer Kirche ein kostenloses Konzert. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen und so hab ich kurz bei der Probe vorbei geschaut. Da ließ es sich nicht vermeiden, dass ich eine kurze Konversation mit den Musikern hatte. Nach ca. 3 Sätzen fragte mich der Klavierspiel: „Aus welchem Teil von Deutschland kommen Sie?“ Darauf hin konnte ich ihn nur fragen, ob unser deutscher Dialekt im Englischen so deutlich zu hören sei. Mit einem netten Lächeln beantwortete er mir diese Frage. Er sagte mir dann, dass er früher (vor dem Krieg) in der Nähe von Leonberg gewohnt hatte.
Die Seniorengruppe verstand es, dass Publikum, welches nicht viel jünger als die Musiker war, mitzureisen und sie zum Mitsingen zu bewegen. Ein kleiner Ausschnitt nun für euch. (Irgendwie erinnerte es mich während dem Konzert an den Liebenzeller Posaunenchor – im Gedenken an Ulli, Kathrin, Lotze, Tobias, Ansgar...)

Montag, 24. November 2008

Vermiss dich so sehr

Stell dir mal vor: Du musst seit Monaten auf etwas verzichten. Jeden Tag treibt dich dein Verlangen mehrfach danach es zu haben. Immer wieder bist nur enttäuscht, wenn du nicht das konsumieren kannst was du so gerne hättest. Jedes Mal, wenn du dann deinen Mund voll hast, merkst du wieder, es ist nicht dein geliebtes ….



Kennst du das Gefühl? Nein, ich rede nicht von Bier. Ich rede von einem guten und frischen Drei-Korn-Brot. Nach wochenlangem Weißbrot, Toastbrot, … essen, haben wir es nun endlich gefunden. Ein richtig gutes, vollmundiges, leckeres und einfach nur gut schmeckendes Drei-Korn-Brot.



Der etwas andere Sonntag

Donna (die Organistin der Gemeinde) fragte mich diese Woche an, ob ich sie am Sonntag bei den Chorälen gerne begleiten möchte. Natürlich stimmte ich zu. Sie erklärte mir dann, was wir alles spielen würden. Ebenso versuchte sie mir zu erklären, dass noch eine andere Pianistin mitspielen würde. Ehrlich gesagt, hab ich gedacht, dass sich die beiden Damen abwechseln und ich einmal mit Donna und einmal mit Ruth spielen darf. Aber nein. Es kam ganz anders. Donna spielte mit ihrer Orgel eine wunderschöne Begleitung, Ruth übernahm mit ihrem Flügel die Melodie und ich dufte mit der Trompete dazu spielen. Mit so einer Besetzung hatte ich bisher auch noch nicht zusammen gespielt. Es hatte echt was. Der samtweiche Klang einer Orgel, die etwas härteren Töne eines Flügels und der butterweicher Ton einer Trompete und dazu noch zwei äußerst gut klingende Männerstimmen ergeben eine tolle und gesegnete Lobpreiszeit.
Mirjam konnte dies leider nicht miterleben, da sie von der Pastorenfrau zu einem anderen Gottesdienst, mit „besserem“ Lobpreis eingeladen worden ist. Naja, Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

Samstag, 22. November 2008

Nach bunt kommt grau und dann wird es weiß




Die Farbenpracht der Stadt Toronto. Erst war die Stadt bunt, dann wurde sie langsam aber sicher grau. Dieser Zustand blieb nicht lange, denn im Laufe dieser Woche wurde die Stadt weiß. Schaut euch mal an, wie schön das aussieht.


Montag, 17. November 2008

HO, HO, HO

Eine Bekannte erzählte uns, dass nach dem Gottesdienst, eine Weihnachtsparade mit dem Nikolaus stattfinden würde. Da dies ziemlich interessant geklungen hatte, sind wir hingegangen. Die Parade ging über eine Stunde und wurde von über einer Million Leuten auf der Straße und noch weit mehr Menschen an den Fernsehgeräten auf der ganzen Welt angeschaut. Und wir waren live dabei!! Ganz gespannt suchten wir uns einen Platz, um dieses Spektakel genausten betrachten zu können. Was die Parade jetzt genau mit Weihnachten zu tun hatte, wissen wir auch nicht. Gut der Nikolaus und die Geschenkfabrik kamen schon vor und die unzähligen Blaskapellen spielten auch brav die diversen Weihnachtslieder. Aber schaut es euch einfach selbst mal an.

Von "Ein feste Burg,.." bis "Your love ..."

Letzte Woche durfte ich (Joachim) den Gottesdienst durch die Begleitung verschiedener Choräle bereichern und die Gemeinde mit meinen musikalischen „Künsten“ erfreuen. Diesen Sonntag war es Mirjam vergönnt, den Gottesdienst mitzugestalten. Sie durfte das Lobpreisteam, welches nur „unplugged“ auftrat, mit ihrem virtuosen Klavierspiel bereichern. Nach dem Gottesdienst hatte Miri eine wunde rechte Hand, eine leicht gerötete Schulter und nicht zu vergessen rote Backen. Kurz gesagt, die Leute waren begeistert von ihrem Klavierspielen. Die Frau des Pastors meinte: „So jetzt darfst du wahrscheinlich fast jede Woche spielen!“
Es ist immer wieder spannend und toll zu sehen, wie Gott einem Möglichkeiten bietet, sich mit seinen Gaben für ihn einzusetzen.

Mittwoch, 12. November 2008

Neues Zimmer, neues Panorama


Am Freitag war es wieder so weit. Wir durften umziehen. Es war kein großer Akt, denn für uns ging es nur ein Stockwerk nach unten. Da ich wegen meines Fußes nicht ganz einsatzfähig war, griff uns HaPe unter die Arme. Dank seiner Hilfe war der Umzug relativ schnell gelaufen und wir konnten unser neues Apartment ohne Problem einräumen und wohnlich gestalten. Verlässt uns die Konzentration beim Lernen, genehmigen wir uns einen kleinen Moment und lassen unseren Blick über die Stadt schweifen. Bevor wir ins Bett gehen, werfen wir immer nochmals einen Blick auf das Ehepaar Beckham. Sie grüßen uns jeden Abend vom Schlafzimmerfenster aus.

Weißt du nicht, wie bequem die sind?!?!


Diesen Satz sagte Mirjam über ihre Wanderschuhe. Von diesem macht sie gerade regen Gebrauch, denn einer unserer Aufzüge ist defekt. Wahrscheinlich wird er über eine Woche nicht mehr fahren. Somit bleibt dem ganzen 16-stöckigen Haus nur ein Aufzug übrig. Die Wartezeiten können einen fast verzweifeln lassen. Jedoch lässt sich Miri nicht von dieser allgemeinen Verzweiflung anstecken, denn sie spaziert munter mit ihren Wanderschuhen durch das Haus. Was für sie so schön und bequem ist, ist für mich (Joachim) eher eine Tortur. Denn ich habe keine bequemen Wanderschuhe, sondern einen medizinischen BIG-FOOT. Leider muss ich ihn gerade tragen, da ich mir letzte Woche meinen linken Fuß vertreten habe und dieser sich nun in den schönsten Farben präsentiert. Wahrscheinlich hab ich mir meine Bänder gedehnt, als ich eine Treppe relativ schnell hinunter gesprungen bin. Bei der letzten Stufe hatte ich mich dann – mit der Tiefe der Stufe – verschätzt. So traf ich die Kante, rutschte von dort in vollem Laufe nach unten und knickte um. Schmerz. Mittlerweile geht es mir Dank der Pflege meiner Frau schon wieder besser. Laufen geht noch nicht so schnell, aber das wird hoffentlich nächste Woche wieder werden.

Samstag, 8. November 2008

Ein Rolli singt selten allein

Es ist morgens halb elf in Toronto. In unserem Haus ist Choralsingen angesagt. Ca. 15 Rollstuhlfahrer und Fußgänger warten auf den Klavierspieler. Dieser erschien leider nicht. Somit schlug nun meine Stunde. Eigentlich wollte ich die Damen und Herren beim Singen mit der Trompete nur begleiten, aber da der Klavierspieler nicht auftauchte, durfte ich alle Choräle spielen und das Singen leiten. Das Dumme dabei war, dass ich die meisten Lieder nicht kannte und dass die Damen und Herren ein anders Liederbuch hatten. Deswegen durfte ich jedes Lied in einem andern Buch suchen. Es war zwar anstrengend, denn ohne zu üben, einfach so eine Stunde Trompete zu spielen ist auch nicht ohne, aber es machte viel Spaß mit den Omis und Opas Gott zu loben. In diesem Sinne: Lobe den Herrn, …

Bingo mit der Rolatorgang

Eine gute und gutgefüllte Woche liegt hinter uns. Es war Montagabend, Miri und ich waren total fertig, von den Geschehnissen des Tages. Dennoch entschieden wir uns am Bingoabend der Rolatorgang teilzunehmen. Wir dachten erst, dass dies ein gemütlicher Ausgleich werden könnte, bei dem man weitere Kontakte in „unserem“ Haus bekommen könnte. Auf der eine Seite stimmte dies und wir lernten neue Leute kennen auf der anderen Seite war es ein heiß umkämpfter Abend. Den ersten Fehler, welchen wir begangen haben, war, dass wir keinen Einsatz gezahlt haben. Also ging ich in unser Zimmer um Geld zu holen, damit wir mit der Rolatorgang mitspielen durften. Glücklicherweise durfte jeder von uns einmal gewinnen und somit hatten wir den Einsatz wieder herein gespielt. Das letzte Spiel – es gab den doppelten Einsatz zu gewinnen – verlor ich nur knapp gegen einen Opa. Naja. Aber wir hatten trotzdem Spaß mit der Gang. Und das tolle ist, dass wir zu ihnen ein bisschen mehr Kontakt haben. Nun reden sie auch mit uns, wenn wir gemeinsam im Aufzug unterwegs sind. Das ist auch ganz toll.

Montag, 3. November 2008

Heavens Rehearsal

Das sollte man erlebt haben. Eine himmlischen Generalprobe und das Beste ist, wir waren dabei. Miri und ich hatte vor ein paar Wochen, von unserer Gemeinde, zwei Karten für die himmlische Generalprobe geschenkt bekommen. Natürlich konnten wir uns das nicht entgehen lassen, denn man will doch vorbereitet sein. Und so sind wir nun voller Spannung, was uns wohl erwarten würde, in das Rogers Centre gefahren. Das Rogers Centre kann man mit der Allianz Arena vergleichen, wobei das Rogers Centre eine Halle mit mobilem Dach ist. Schon während wir die U-Bahn verlassen hatten, konnten wir an den Menschenmassen erkennen, dass diese Hauptprobe wohl etwas Größeres werden würde. Ein paar Minuten später saßen wir dann mir ca. 15 000 anderen Christen im Rogers Centre. Und dann ging es los. Auf der Bühne spielte eine tolle Band. Eigentlich waren es zwei Bands. Ein kleines Streichorchester und eine Bigband gestalteten den Abend musikalisch. Diese wurden von zwei großen Chören, zur Linken und Rechten, kräftig unterstützt.
Dazu kamen zu jedem Stück verschiedene Tänzer aus allen Nationen der Welt. Jedes Land wurde mindestens durch seine Flagge repräsentiert. Auf der Bühne wurde ein Feuerwerk von Musik, Tanz, Bibelversen, Erwachsenen und Kindern, Akrobatik, … gezündet.
Die ganze Probe ging drei Stunden lang. Ehrlich gesagt hätte sie auch noch länger gehen dürfen. Wenn das die Hauptprobe war, dann kann man sich nur auf den Himmel freuen.