Mittwoch, 29. Oktober 2008

Tatü, tata .... schon war die Feuerwehr da




Es ist Dienstagmorgen 7:30 Uhr. Joachim dreht sich noch einmal im Bett herum, während Mirjam gerade das Bad in Richtung „Küche“ verlassen hat. Plötzlich stört ein ziemlich penetrantes Geräusch die allmorgendliche Stille.





Der Feueralarm ist angegangen. Da wir es nicht verschuldetet hatten, stellte sich für uns die Frage: Ist dies ein echter Alarm, oder nur ein Probealarm. Als nach ca. 2 Minuten der Alarm immer noch seinen mittlerweile ohrenbetäubenden Lärm von sich gab, die Feuerwehr schon von weitem zu hören war, wussten wir jetzt auch nicht so genau, was wir nun tun sollten. Ich griff zu unserer Kamera und ging auf den Balkon, denn ich wollte für euch die kanadischen Feuerwehrautos photographieren. Gesagt getan. Nach ein paar weiteren Minuten standen vier Autos vor unserer Türe.




Die Feuerwehrleute kamen in unser Haus um die Lage in den Griff zu bekommen. Dies taten sie auch recht gut. Der Alarm wurde nach ca. guten 10 Minuten wieder abgestellt. Was für eine Erlösung, der Probealarm war hiermit vorbei und wir konnten uns Frühstück in Ruhe zu Ende bringen.

Sonntag, 26. Oktober 2008

Ja, ja, ja jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, ...


Gegen Freitagabend verließen wir (Hertlers und wir) Toronto, um in Moffat (dem Hauptsitz der LM-Canada) einen Arbeitseinsatz abzuleisten. Der Auftrag war: Drei Fenster ausbauen und drei neue Fenster einbauen.
Nachdem wir gutes Arbeitsmaterial gefunden hatten, stemmten wir die alte Innenverkleidung weg, um danach die Fenster aus ihren Führungsschienen zu heben. Ein paar Minuten später sägten wir den Fensterrahmen in zwei und hebelten mit dem Hammer und dem Montiereisen solange an dem Rahmen herum, bis dieser aus der Fassung war und wir ihn ausbauen konnten. Zum Glück hatte der Fensterbauer gut gearbeitet, denn so war die Montage des ersten Fensters nichts sehr schwierig. Allerdings hatten wir beim zweiten Fenster große Probleme, denn hier stimmte das Maß überhaupt nicht. Deswegen mussten wir einiges an Material wegstemmen (Während HaPe sich dieses Problems annahm, durfte ich meine „schweißerischen Qualitäten“ unter Beweis stellen. Es galt ein defektes Trampolin und einen defekten Grill zu schweißen. Nach viel Schweiß und strapazierter Nerven konnte ich die beiden reparierten Gegenstände wieder in die Hand ihres Nutzers übergeben). Nach ein paar Stunden war dieses Fenster auch eingebaut.
Das dritte und letzte Fenster war dann innerhalb einer guten halben Stunde ausgewechselt. Von außen noch ein bisschen PU-Schaum in die Ritzen und dann war die Sache für uns erledigt. Denn es wurde dunkel und kalt und wir mussten zurück nach Toronto. Während HaPe und ich (Joachim) die Fenster auswechselten, durften Britta und Miri u.a. im Haushalt ihre Fähigkeiten zeigen, die Missionarskinder in Deutsch unterrichten und die Gartengestaltung übernehmen.

Ja ist denn schon Weihnachten?!?




Diese Frage hörten wir heute Morgen, während wir die Lieder für den Gottesdienst probten. Der Pastor unserer Gemeinde startete heute eine Predigtreihe über Weihnachten. Da Jesus auch in Kanada immer weiter aus dem Weihnachtsfokus rutscht und der Kommerz an seine Stelle tritt, dachte sich u.a. unser Pastor, dass wir einen Weihnachtsgottesdienst im Oktober feiern könnten. Gesagt getan. Ich durfte mir, bei einem Instrumentenverleih, eine Trompete heraussuchen um das Lobpreisteam zu unterstützen. Ebenso durften Mirjam und ich während des Opfers ein deutsches Adventslied spielen. Wir entschieden uns für „Tochter Zion“, denn dies ist hier wohl nicht so bekannt.
Nach dem Gottesdienst begab sich die ganze Gemeinde in den Keller, um dort gemeinsam zu dinieren. Dabei sollte man sich dann unterhalten, wie wir das Gesagte, aus der Predigt, in unserem Alltag praktisch werden lassen können.
Bevor es den Nachtisch gab, durfte Miri und ich die versammelte Gemeinde mit einem weiteren deutschen Weihnachtslied beglücken. Und so spielten wir im Oktober „Oh du fröhliche“.

Dienstag, 21. Oktober 2008

Die „Zahnfee“ kommt immer dann vorbei, wenn man es überhaupt nicht brauchen kann.

Es war Sonntagmorgen beim Frühstück. Während ich einen Bissen (frischgebackener Zopf, von meiner Frau) Zopf in meinem Mund hatte, stellte ich fest, dass der „Zahnabstand“ zwischen meinem Ober- und Unterkiefer an einer Stelle immer geringer wurde. Nachdem ich die Stelle lokalisiert hatte, drücke ich mit meinem Daumen das Stückchen Zahn wieder nach oben. Zwei Tage später fiel es mir beim Zähneputzen heraus. Somit war es nun amtlich, ich musste zum Zahnarzt. Obwohl Toronto eine große Stadt ist, muss man erst einmal einen guten Zahnarzt finden. Zum Glück hatte der am gleichen Tag noch einen Termin für mich frei. Allerdings bekam ich erst ein 4-seitiges Formular, welches ich mit der Hilfe meines Wörterbuches und der Sprechstundenhilfe ausfüllen durfte. Dann ging es auf den Stuhl. Erst wurde mein Zahn geröntgt, um ihn dann aufzubohren. Obwohl der Arzt mir alles ziemlich gut erklärte, habe ich nicht alles verstanden. Ich vertraute Gott, dass der Zahnarzt seinen Job gut machen würde. Als er die Behandlung abgeschlossen hatte, erklärte er mir nochmals alles anhand einer Zeichnung. Ich hoffe, dass dies der erste und auch letzte Zahnarztbesuch in Kanada war.

Tausche Klimaanlage gegen Fenster

Erst wenn man kein zweifachverglastes Fenster mehr hat und draußen der Wind ziemlich stark weht, merkt man erst, was einem wirklich fehlt. Zum einen die Ruhe in der Nacht und zum anderen ein warmes Schlafzimmer. In den ersten paar Wochen machte uns dies relativ wenig aus, da an diesem besagten einglasigem Fenster eine „zusätzliche“ Folie angebracht wurde, damit es nicht so sehr zieht. Allerdings hält so eine einfache Folie nicht viel Wind aus. Und so kam es wie es kommen musste, die Folie ging weg und der Wind pfiff durch unser Schlafzimmer wie er nur wollte. Vielleicht fragst du dich jetzt: Haben die nur einglasige Fenster? Nein, Standart sind zweiglasige Fenster. Jedoch wurde bei uns eine Klimaanlage angebracht und somit wurde das große zweiglasige Fenster entfernt und in den Schrank gestellt. Da die Klimaanlage nicht so groß wie dieses Fenster war, nieteten die „Mechaniker“ zwei Plastikscheiben in die „Lücken“. Beim „reparieren“ sind dann wohl beide Scheiben gerissen und wir hatten Frischluft ohne Ende.
Zum Glück kam heute der Mechaniker und wechselte innerhalb von 30 min die Klimaanlage gegen das gute zweiglasige Fenster aus.

Schneeflöckchen, weiß Röckchen, …

Man glaubt es kaum, aber heute haben sich die ersten Schneeflocken auf die Reise gemacht um das schöne Toronto ein bisschen kälter und weißer zu machen. Leider ist der Schnee nicht liegen geblieben. Jedoch ist der kalte und zuweilen auch starke Wind den ganzen Tag durch die Gassen gefegt. Dieser machte den Tag sehr ungemütlich.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Auf alle Fälle - Niagarafälle

Wenn in einem Land ein Feiertag ist, so fällt die Schule aus. So verhält es sich auch in Kanada. Diesen freien Tag wollten wir nicht einfach nur so verbringen, sondern wir wollten etwas Außergewöhnliches machen. Deswegen dachten wir uns, dass wir zu den Niagarafällen fahren könnten. Also stiegen wir früh morgens in einen Bus ein, welcher uns dorthin brachte. Nach ein paar Kilometern Wanderung, am schönen Flussufer, kamen wir den Fällen immer näher und näher.
Es ist schon unglaublich, wie viel Wasser da den ganzen Tag hinunterfließt, ohne dass der obere See leer wird. Dies ist ein Wunder Gottes. Das Interessante an diesen Fällen ist, man wird nicht müde sie sich aus verschiedenen Positionen anzusehen. Und so verbrachten wir den ganzen Tag dort. Abends wollten wir uns die Fälle noch von der amerikanischen Seite ansehen. Jedoch mussten wir schon beim Verlassen Kanadas 25 Cent bezahlen, dies sollte aber von den Zollbeamten Amerikas gesteigert werden. Diese wollten von uns 6 Dollar und wir sollten ein Visum ausfüllen. Dabei wollten wir doch noch kurz die Fälle von ihrer Seite aus anschauen. Naja, es sollte nicht sein. Der Trost ist aber, dass die Fälle von der kanadischen Seite aus viel schöner sind.
So sind wir halt wieder zurück nach Kanada gelaufen, um die Fälle wieder in Richtung Toronto zu verlassen. Am Busbahnhof angekommen, mussten wir über 1,5 Stunden auf den Bus warten. Anscheinend war soviel Verkehr auf der Straße! Wir waren so fertig, dass uns der Schlaf schon im Bus übermannte. Und so ging ein genialer Tag zu Ende.


Sonntag, 12. Oktober 2008

Hier geht es bunt zu

In den letzten Tagen waren wir zweimal zum „turkey-Essen“ eingeladen. Der Grund dafür ist das alljährliche „thanksgiving“ in Kanada. Unsere erste Gastgeberin war unsere Englischlehrerin, welche nicht nur uns, sondern ca. 30 Leute zu sich nach Hause eingeladen hatte. Darunter waren wir Deutsche, viele Koreaner, ein paar Brasilianer und ein paar Chinesen. Jeder durfte das reichliche Buffet durch einen landestypischen Beitrag bereichern. Man war das Essen gut. Nach dem Essen durften wir einen kleinen Spaziergang in den Park unternehmen. Kaum waren wir dort angekommen, spielten wir Volleyball und danach noch eine Runde Fußball. Dies regte unsere Verdauung an und das war auch wichtig, denn der Nachtisch stand noch an.
Kaum waren wir mit unseren wohlgenährten Bäuchen in unserem Heim angekommen, klingelte schon das Telefon. Unser Pastor war am anderen Ende und erklärte uns, dass sonntags nach dem Gottesdienst eine Englischklasse, zur Übung der Konversation, angeboten würde. Jedoch würde sie diese Woche ausfallen, denn die Lehrerin würde die ganze Klasse zum „turkey-Essen“ einladen. Und dies wäre für uns ein guter Einstieg in diese Gruppe. Natürlich ließen wir uns diese Einladung nicht entgehen. Und so aßen wir zusammen mit zwei Kanadiern, einer Chinesin, einem Japaner und drei Koreaner den Truthahn. Auch dieses Essen war äußerst lecker. Da wir dieses Mahl in einer sehr schönen Wohngegend eingenommen hatten, entschlossen wir uns dafür einen kleinen Spaziergang zu machen. Entlang eines Flusses mit wunderschönen bunten Bäumen und saftig grünen Wiesen trugen wir unsere gut gefüllten Bäuche nach Hause.

Vorsicht scharf...

Diese Worte wären am Freitagabend, bei einem bengalisch, deutschem Buffet sehr hilfreich gewesen. Erst nachdem ich mir die vollgeladene Gabel in den Mund steckte, merkte ich, dass die rote Soße wohl ziemlich scharf ist. Die Tochter der Köchin meinte nur, dass es nicht sehr scharf sei. Mein Mund war da anderer Meinung. Nach dem Essen erklärte mir der Gastgeber, dass alles was eine rote oder gelbe Färbung hat ordentlich gewürzt sei. So machten wir z.B. unsere ersten Erfahrungen mit anderen Kulturen. Obwohl das Essen sehr scharf war, konnte ich einer der Köchinnen damit eine Freude machen, dass ich zweimal meinen Teller vollgemacht und leer gegessen habe. Dies sagte mir Miri auf dem nach Hause Weg, welche zuvor mit der Frau gesprochen hatte.

Montag, 6. Oktober 2008

Es wird schwaebisch gesprochen

Nachdem ich einen kleinen Besuch bei HaPe und Britta gemacht hatte, traf ich wieder im New Horizont Tower (unsere Bleibe) ein. Dabei sah ich Miri bei einer munteren Konversation. Da mich die Toilette extrem anzog, lief ich erst an ihr vorbei, um mich danach am Geschehen zu beteiligen. Gerade als ich mich mit meinen Englischkenntnissen vorstellen wollte, erklaerte mir die Frau auf breitestem Schwaebisch, dass sie ebenfalls von der Alb kommt. Kaum hatte ich mit ihr ein Gespraech angefangen, meldete sich die naechste Aeltere Dame: Wie sie kommen auch aus Deutschland. Also redete ich mit ihr und Miri mit der Dame von der Alb. Ca. 10 Minuten spaeter liessen wir uns neben zwei Studenten, beim Essen, nieder. Schon nach ein paar Saetzen war klar, dass einer der Beiden auch aus Deutschland kommt. Ist das nicht toll? Gerne duerft ihr fuer weitere gute Kontakte beten.

Das Wandern ist des ....... Lust?!?



Nachdem wir am Sonntag einen sehr genialen Gottesdienst besucht hatten (ehrlich gesagt haben wir nicht alles verstanden, aber der Spur nach konnten wir dem Pastor folgen:-)), machten wir einen "kleinen" Spaziergang im High Park. Auf der Stadtkarte konnte man schon sehen, dass es wohl eher eine Wanderung geben würde, aber ich (Joachim) wollte meiner Frau zur Liebe mit ihr diesen Park erforschen. Ehrlich gesagt es war genial. Während wir diesen Park durchschritten, hatten wir nicht das Gefühl mitten in einer Großstadt zu sein. Es war wie auf dem Land. Bäume, Sträucher, Vögel, Eichhörnchen und ein toller See umgaben uns. Nach ca. 2 Stunden verließen wir diesen Park um uns wieder dem Großstadtdschungel zu widmen.

das liebe Internet...



ist, selbst in einer Stadt wie Toronto, gar nicht so leicht in einer nutzbaren Qualität aufzufinden. Da wir nun in unsere „Bleibe“ eingezogen sind, mussten wir uns erst einen neuen Internetzugang suchen. Diesen haben wir jetzt gefunden und somit können wir euch wieder ein paar Neuigkeiten zukommen lassen. Mittlerweile leben wir nicht mehr im EG eines 22stöckigen Hochhauses, sondern im 16-Stock eines 16stöckigen Hochhauses. Die Aussicht ist einfach genial. Übrigens das ist die Skyline bei Nacht.

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Vom Land in die Stadt



Die ersten Tage in Kanada waren sehr vielseitig. Gleich nach unserer Ankunft in Toronto durften wir für ein paar Tage nach Moffat. Dies liegt in Reichweite zur Stadt, aber eben in der schönen kanadischen Natur. Nach den Einführungstagen ging es in die große Stadt, besser gesagt nach Downtown. So lebten wir die letzten Tage zusammen mit Hertlers in einem 22 stöckigen Hochhaus. In unserem Block leben ca. 40 000 Menschen. Da ist ganz schön was los. In den nächsten Tagen werden wir dann in unsere "entgültige" Bleibe umziehen.